Unser erstes Motorsportjahr neigt sich dem Ende. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen um einerseits auf das zurückzublicken, was wir geschafft und erreicht haben, andererseits uns aber auch bei unseren Unterstützern bedanken. Unser erstes Rennjahr war aufregend und lehrreich zugleich.

Den Wunsch zur Teilnahme an „echtem Motorsport“ hatten wir schon des Öfteren, doch fehlte zur tatsächlichen Teilnahme lange Zeit der letzte Biss bzw. das typische „komm, wir machen das jetzt“. Auch war lange nicht klar, in welche Rennserie wir eigentlich starten wollten oder mit welchem Auto. Beide Entscheidungen wurden uns dann per Zufall deutlich erleichtert. Über einen Arbeitskollegen bekamen wir den Tip uns die NAVC Rundstreckenmeisterschaft doch mal genauer anzuschauen. Fast zeitglich bekamen wir von einem weiteren Bekannten einen Link zu eBay Kleinanzeigen über den Verkauf eines rennfertigen BMW 318TI hier in Stuttgart. Nachdem ein weitere Verkäufer abgesprungen war, zögerten wir nicht lange und legten mit dem Kauf unseres ersten Rennwagens den Grundstein für unsere erste Rennsaison.

Rennwagen auf Anhänger
Der Traum wird wahr: ein eigenes Rennfahrzeug

Bevor diese jedoch starten konnte, musste der BMW noch entsprechend vorbereitet werden, da die Vorbesitzer einige Teile für ihr Nachfolgefahrzeug behalten hatten. Also spendierten wir unserem neuen Rennfahrzeug einen neuen Sitz, ein neues Lenkrad, neue Reifen sowie einen neuen Feuerlöscher. Doch auch in uns mussten wir investieren, da wir uns zunächst die kompletten Rennklamotten zulegen mussten. Anschließend meldeten wir uns für die Teilnahme an der NAVC Rundstreckenmeisterschaft an, welche insgesamt 7 Rennen umfassen sollte. Einen Trackday auf der Rennstrecke Anneau du Rhin konnten wir nutzen, uns erstmalig an unser neues Rennauto zu gewöhnen.

Rennwagen auf Rennstrecke
Die ersten Runden im neuen Fahrzeug auf der Rennstrecke Anneau du Rhin in Frankreich

Das erste Event war eine Doppelveranstaltung und fand in Schlotheim auf einem Flugfeld statt. Wir wussten weder, wie eine solche Veranstaltung abläuft, noch was uns erwarten würde. So kam es, dass wir zunächst mit einigen Anfängerfehlern zu kämpfen hatten. Aber wir lernten schnell und konnten mit einem zufriedenstellenden Ergebnis wieder nach Hause fahren.

Rennwagen mit Pokal
Bei der ersten Veranstaltung konnten wir direkt auf einen Podestplatz fahren

Doch unser neu gewonnenes Selbstvertrauen hielt nicht lange an. Lief das Training und das anschließende Quali (PolePosition!) bei der nächsten Veranstaltung auf der Sprintstrecke des Nürburgrings noch vielversprechend, wurden wir durch einen Unfall aufgrund eines Fahrfehlers von Chris wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Auto unfahrbar beschädigt – Rennen gelaufen. Und wäre das nicht schon genug, hatte sich Sabrina auch noch den Arm gebrochen. Somit war an Auto fahren zunächst nicht mehr zu denken.

Rennwagen Abschleppwagen
Das Rennen am Nürburgring nahm nach einem Unfall leider ein frühzeitiges Ende

Mit viel Motivation und dem Wille, beim nächsten Rennen wieder dabei zu sein, konnten wir den doch erheblichen Schaden reparieren und waren somit beim Rennen auf der Mühlenbachschleife des Nürburgrings wieder mit dabei. Aufgrund der fehlenden Erfahrung bei Nässe mussten wir uns der Konkurrenz hier leider geschlagen geben.

Reparierter Rennwagen nach Unfall
Nach dem Unfall waren die Erwartungen an das darauffolgende Rennen nicht sehr hoch. Unserem Anspruch „Hauptsache Ziel“ konnten wir allerdings gerecht werden

Die letzte Veranstaltung in Most (Tschechien) wurde erneut als Doppelveranstaltung durchgeführt. Durch die wechselnden Bedingungen und die falsche Reifenwahl, fanden wir uns am Ende des ersten Tages auf einem der hinteren Plätze wieder. Der zweite Tag lief dagegen deutlich besser und bedingt durch mehrere Ausfälle konnten wir uns einen der vorderen Plätze sichern.

Rennwagen auf Rennstrecke Most
Unser letztes Rennen der Saison im Autodrom Most in Tschechien

Am Ende des Jahres können wir auf eine spannende und sehr lehreiche erste Rennsaison zurückblicken, die wir tatsächlich mit einem dritten Gesamtplatz abschließen konnten. Damit hätte zu Beginn des Jahres niemand von uns gerechnet.

Pokale
Neben dem Pokal für den dritten Gesamplatz konnte Sabrina außerdem einen Pokal für die beste Frau in Gruppe 1 mitnehmen. Der krönende Abschluss unseres ersten Rennjahrs

Zwischenzeitlich nahmen wir außerdem noch an der European5000 teil, einer Abenteuerrally durch Südwesteuropa. Über 6000km waren wir unterwegs durch Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Andorra und Niederlande. Erneut bewies Ludwig, dass er noch lange nicht alt ist. Zwar war auch hier im Vorfeld einiges an Arbeit notwendig, um ihn wieder fit für die Straße zu bekommen und auch während der Rally verlief nicht alles ohne Probleme, aber am Ende hat sich auch dieser Roadtrip mal wieder gelohnt. Jedem, der gerne reisen geht und dabei noch ein Faible für Autos hat, raten wir ebenfalls an einer solchen Rally teilzunehmen.

Höchste Straße Europas
Mit Ludwig auf der höchsten asphaltieren Straße Europas

Insgesamt blicken wir auf ein sehr arbeitsintensives aber auch lehrreiches erstes Rennjahr zurück, was trotz einiger Rückschläge viel Spaß und gleichzeitig Motivation auf mehr gebracht hat.

Rennwagen auf Rennstrecke
Bild vom letzten Einsatz für diese Jahr beim Akademischen auf dem Hockenheimring. Bild von Cedric Cerado

Die Pläne für das kommende Jahre stehen bereits weitestegehend, jedoch werden wir diese an dieser Stelle noch nicht vollständig verraten. Dazu müsst ihr euch leider noch ein wenig gedulden. Was wir allerdings schon vorwegnehmen können, ist, dass es eine große Veränderung geben wird. Und merkt euch schonmal den Hashtag #projectHannelore 🙂

Zum Abschluss möchten wir uns noch bei den Personen bzw Unternehmen bedanken, welche uns das Jahr über unterstützt haben und wesentlich zum Gelingen unserer Projekte beigetragen haben:

Unser Rennjahr 2019
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