Rückblick auf unsere erste GLP Saison

Unsere erste GLP Saison auf der Nordschleife liegt hinter uns. Trotz diesem schwierigen Jahr war es möglich 5 Veranstaltungen der Gleichmäßigkeitsprüfung „GLP“ abzuhalten. In diesem Bericht geben wir einen Rückblick über unsere erste GLP Saison und wieso wir am Ende mehr als zufrieden sein können.

Während wir diesen Artikel schreiben fällt uns auf, dass wir lediglich zu ersten GLP einen Rennbericht geschrieben haben. Zu Recht kommt jetzt die Frage auf, was eigentlich bei den anderen GLP Läufen passiert ist. Dazu müssen wir zunächst sagen, dass wir lediglich an 4 der 5 Läufen teilgenommen haben. Aber der Reihe nach.

Was ist eigentlich die GLP?

Bei der GLP auf der Nordschleife, welche immer Samstagmorgens stattfindet, starten alle Fahrzeuge in einer Klasse. Das funktioniert, weil es kein Rennen im herkömmlichen Sinne ist. Bei der GLP hat auch ein leistungsschwächeres Fahrzeug die Chance zu gewinnen. Vielmehr kommt es auf das Geschick und die Zuverlässigkeit von Fahrer und Beifahrer an. Alle teilnehmenden Fahrzeuge müssen uneingeschränkt der StVZO entsprechen (wobei es hier seit diesem Jahr Ausnahmen gibt) und für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein. Sobald die Fahrzeuge zusätzlich noch einen Feuerlöscher verbaut haben und die Insassen mit einem Helm ausgerüstet sind, kann es losgehen.

Im Sekundenabstand gehen die Fahrzeuge einzeln auf die Strecke. Im Normalfall werden 12 Runden gefahren. Situationsbedingt wurde diese Anzahl dieses Jahr allerdings auf 10 Runden gekürzt. Alle Runden müssen innerhalb einer Mindest- und einer Maximalzeit absolviert werden. Es beginnt mit einer Einführungsrunde, gefolgt von einer ersten Setzrunde. Hier wird vom Team eine Zeit gesetzt, welche in den nachfolgenden beiden Bestätigungsrunden so gut es geht wieder getroffen werden muss. Je näher man seine eigene Zeit trifft, desto weniger Strafpunkte gibt es. Anschließend folgt eine Auslaufrunde, welche zwingend in der Box beendet werden muss.

GLP Hannelore E36 Nürburgring
Während des zweiten GLP Laufes verlief die Strecke über einen Teil der GP-Strecke des Nürburgrings. Somit wurde auch die „echte“ Boxengasse verwendet

Zwischen der ersten Auslaufrunde und der zweiten Einführungsrunde kann ein Fahrerwechsel stattfinden. Anschließend wird erneut eine Einführungsrune, eine Setzrunde, zwei Bestätigungsrunden sowie eine Auslaufrunde gefahren.

Die GLP eignet sich aus mehreren Gründen sehr gut für Motorsporteinsteiger: zunächst kann mit einem normalen Fahrzeug teilgenommen werden. Es sind keine motorsportlichen Umbauten vorgeschrieben. Des Weiteren halten sich die Kosten mit 300€ pro Veranstaltung sehr im Rahmen.

Für uns persönlich war es eine super Möglichkeit, die ersten Erfahrungen auf der Nordschleife zu sammeln. Vor unserem ersten Lauf ist keiner von uns bisher auf dieser Rennstrecke unterwegs gewesen.

Hannelore, unser Fahrzeug für die GLP 2020

Für unsere Teilnahme an der GLP war Hannelore natürlich das ideale Fahrzeug. Durch unseren Umbau mit Sportfahrwerk und entsprechenden Sitzen + Gurten war der BMW E36 wie dafür gemacht. Rückblickend lässt sich sagen, dass der E36 318TI ein sehr gutes Einsteigerfahrzeug ist. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unserer Teilnahme nicht sicher gefühlt. Durch das Bilstein B16 Fahrwerk liegt das Auto super auf der Straße und auch die teilweise sehr welligen Stellen der Nordschleife konnten uns nicht aus der Ruhe bringen. Trotz der deutlichen Tieferlegung ist es außerdem kein Problem auf der Innenseite durchs Karussel zu fahren. Dazu kommen natürlich die Rennsitze in Verbindung mit den Hosenträgergurten, welche einen sicheren Halt im Fahrzeug bieten.

Hannelore E36 Nordschleife
Unsere Hannelore bei einem ihrer GLP Einsätze auf der Nordschleife. Bild von Holger Hüttig

Allerdings gibt es natürlich auch zwei Punkte, die wir noch verbessern müssen. Zum einen sind das die Bremsen. Zwar hat uns die Serienbremse des E36 zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen, jedoch wird diese trotz der nicht so agrressiven Fahrweise wie im Rundestreckenrennen stärker belastet als bei normaler Fahrweise auf der Landstraße. Wir hatten bereits versucht die originalen Bremsleitungen durch Stahlflexleitungen zu ersetzen, allerdings hatten wir es nicht geschafft die Leitungen von der Karosserie zu lösen ohne einen immensen Schaden zu verursachen. Vielleicht hat hier jemand eine Idee, wie wir diese Leitungen doch noch ersetzt bekommen. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Bremsschreiben vorne, welche aus Vollmaterial bestehen, durch innenbelüftete Scheiben zu ersetzen.

Der zweite Punkt betrifft die Reifen. Wir sind die gesamte Saison mit dem UniRoyal RainSport 5 gefahren. Insgesamt können wir den Reifen sehr empfehlen. Insbesondere bei unserem letzten Lauf am 17.10. waren wir froh mit diesem Reifen gestartet zu sein. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und leichter Nässe endete bereits die Einführungsrunde für manche Teams leider in der Leitplanke, da viele Teams trotz der Verhältnisse auf Semislicks gestartet waren. Doch genau hier konnten wir uns voll und ganz auf unseren Reifen verlassen, welcher zu keinem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl vermittelte.

Anders sah es jedoch bei unserem zweiten Lauf am 18.07. aus. Bei herrlichem Wetter und warmen Temperaturen war dem Reifen nach dem Fahrerwechsel anzumerken, dass eine dauerhafte sportliche Fahrweise nicht zu seinen Lieblingsaufgaben gehört. Hier wären wir mit einem Semislick besser bedient gewesen.

Die Veranstaltungen

Von den ursprünglich geplanten 7 Veranstaltungen konnten dieses Jahr 5 durchgeführt werden. Trotz der außergewöhnlichen Umstände war jede einzelne Veranstaltung super organisiert und immer an die entsprechenden Gegebenheiten angepasst.

Die Startaufstellung zum letzten GLP Lauf in diesem Jahr zog sich etwas aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse

An dieser Stelle sparen wir uns jetzt jede Veranstaltung einzeln zu erwähnen. Der Ablauf ist ohnehin immer identisch: es beginnt zunächst mit der Papierabnahme, bei welcher die Nennung und Dokumente (Fahrzeugpapiere, Führerscheine, Rennlizenzen) der Teilnehmer überprüft werden. Anschließend wird das Fahrzeug einer technischen Durchsicht unterzogen um sicherzugehen, dass es sich um straßenkonformes Fahrzeug handelt.

Anschließend reihen sich alle Teilnehmer, sofern es die Wetterbedingungen zulassen, kurz vor 8 Uhr an der Hohenrainschikane auf um pünktlich starten zu können. Nacheinander werden die Fahrzeuge anschließend auf die Strecke geschickt. Aufgrund der unterschiedlichen Leistungen der Fahrzeuge ist es unbedingt erforderlich, nicht nur die Strecke vor sich im Blick zu halten, sondern auch immer mit mindestens einem Auge den Rückspiegel zu beobachten. Zwar ist unsere Hannelore nicht das am schwächsten motorisierteste Fahrzeug im Feld. Wenn aber im Abschnitt Kesselchen ein Porsche GT3RS an einem vorbeizieht, dann sollte man in diesem Moment besser auf seiner Seite bleiben.

Insgesamt haben wir den Großteil der Teilnehmer aber als sehr faire Fahrer wahrgenommen. Da es nicht darauf ankommt die schnellste Runde zu fahren, ist es manchmal ratsam noch eine Kurve abzuwarten, bevor man zum Überholmanöver ansetzt. Dies reduziert auf der einen Seite das Risiko, zerstört aber gleichzeitig nicht die Rundenzeit. Die meisten Teilnehmer setzen außerdem den Blinker, wenn sie ein sich von hinten näherndes Fahrzeug bemerken. Dies ist eine sehr angenehme Eigenschaft, da man so sicher sein kann wahrgenommen worden zu sein.

Während all unseren Läufen hatten wir nur eine brenzlige Situation im Bergwerk, welche aber zum Glück ohne weitere Folgen blieb. Zumindest für unsere Hannelore. Ein deutlich schnellerer E36 traf uns beim Einlenken am hinteren Kotflügel. Glücklicherweise war der Geschwindigkeitsunterschied nicht ausreichd groß um unsere Hannelore damit aus der Bahn zu werfen. So konnten wir auch diese Veranstaltung sicher nach Hause fahren.

Die Sache mit der Zeitmessung

Entscheidend bei der GLP ist die Zeitmessung, kommt es doch auf jede tausendstel Sekunde an. Entscheidend ist aber aber hautpsächlich der letzte Teil der Strecke von der Döttinger Höhe bis zur Start-/Ziellinie. Da man auf der Döttinger Höhe anhalten kann, kommt es auf einen perfekten letzten Kilometer an. Hier muss alles passen. Der genaue Zeitpunkt, zu dem man seine Warteposition verlässt, über die Geschwindigkeit und gleichzeitig die fortlaufende Zeit. Nur wenn alles zusammenpasst und auf dem Weg nicht andere Teilnehmer den Weg versperren, kommt ein hervorragendes Ergebnis zusammen.

Dieser Triumph war uns tatsächlich nur bei unserem allerersten Lauf gegönnt. Nicht nur, dass wir überhaupt das erste Mal auf der Nordschleife unterwegs waren. Lediglich mit einem Handy als Stoppuhr bewaffnet fuhren wir direkt auf den 4. Platz in der Rookiewertung sowie auf den 36. Gesamtplatz. Doch schon beim nächsten Lauf zeigte sich, dass es sich hierbei wohl um ein Glückstreffer gehandelt hatte. Die zweite Veranstaltung fand auf der VLN Variante der Nordschleife statt. Somit ist ein Teil der GP-Strecke ebenfalls zu befahren. Hier taten wir uns sehr schwer unsere eigene Zeit zu bestätigen, da bei diesem Lauf nicht die Start-/Ziellinie der Nordschleife, sondern die der GP – Strecke verwendet wird. Diese ist aber aus uns unbekannten Gründen schwieriger zu treffen.

Bei dem kommenden Lauf versuchten wir uns an der Verwendung einer App auf dem Smartphone, aber das führte auch nicht zum gewünschten Erfolg. Am Ende fanden wir uns in der Gesamtwertung irgendwo im letzten Drittel wieder. Hier ist auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial angesagt.

Unser Rückblick

Für unser erstes Mal auf der Nordschleife sind wir am Ende dieser GLP Saison mehr als zufrieden. Angefangen natürlich mit unserem vierten Platz im ersten Lauf. Auch wenn sich das mehr als Glückstreffer herausstellte.

Völlig überraschend belegten wir bei unserer ersten GLP den 4. Platz in der Rookiewertung

In den darauffolgenden Läufen konnten wir diesen „Erfolg“ zwar nicht wiederholen, aber unsere Streckenkenntnis verbesserte sich von Lauf zu Lauf. Ebenfalls verbesserte sich natürlich auch die Umsicht auf der Strecke bzw. die Wahrnehmung der anderen Fahrzeuge um einen herum, was auf einer Strecke wie der Nordschleife und der durchaus hohen Geschwindigkeitsunterschiede der Fahrzeuge nicht zu unterschätzen ist.

Die größte Überraschung kam allerdings, als wir deutlich nach dem letzten Lauf das Jahresendergebnis zugeschickt bekamen. Mit dem 16. Platz in der Rookiewertung sind wir auf dem letzten Pokalrang gelandet. Und das, obwohl wir an einem Lauf gar nicht teilnehmen konnten. Mega!

Natürlich haben wir uns daraufhin direkt zur Jahressiegerfeier im Dorint Hotel am Nürburgring gemeldet. Leider wurde die Veranstaltung letztendlich aber doch aufgrund der aktuellen Situation abgesagt. Zu gerne hätten wir unseren Pokal persönlich entgegen genommen.

An dieser Stelle müssen wir aber natürlich auch unsere Hannelore ein riesen Kompliment machen. Sie hat die komplette Saison unbeschadet überstanden, was auf einer Strecke wie der Nordschleife nicht selbstverständlich ist. Wir haben es mehrmals hautnah miterlebt, wie schnell es auf dieser einmaligen Strecke passieren kann, dass die Fahrt abrupt endet.

Bedanken wollen wir uns außerdem bei allen, die uns dieses Jahr in irgendeiner Art und Weise unterstütz haben:

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Und nächstes Jahr?

Wir werden auf jeden Fall auch 2021 wieder an der GLP teilnehmen. Die Nordschleife ist und bleibt eine einmalige Rennstrecke, die bei jeder Runde eine ganz besondere Faszination ausübt. Uns gefällt die freundliche und entspannte Atmosphäre und die Möglichkeit, sich mit allen Teilnehmern nach der Veranstaltung noch auszutauschen. Anschließend darf natürlich die obligatorische Pizza in Adenau nicht fehlen.

Und wer spätestens jetzt ebenfalls auf den Geschmack gekommen ist, der sollte sich unbedingt mal auf der Homepage der GLP umschauen. Wir sehen uns dann auf der Strecke.

Ob ihr uns dann allerdings mit Hannelore auf der Strecke seht bleibt abzuwarten…

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