Am ersten Augustwochenende fand erneut am Nürburgring der vierte Lauf zur NAVC Rundstreckenmeisterschaft statt. Dieses Mal befuhren wir die Müllenbachschleife, also den mit der Dunlopkehre niedrigst gelegenen Punkt der Strecke. Tatsächlich war unsere Teilnahme aber bis zum letzten Moment ungewiss, da wir immernoch mit den Folgen des Unfalls beim vergangenen Lauf auf der Sprintstrecke zu kämpfen hatten.
Am Abend vor Abfahrt waren wir noch in der Werkstatt um die letzten Arbeiten zu erledigen. Der Unfall im vergangenen Rennen hatte uns dann doch vor größere Herausforderungen gestellt. Neben einem verdellten Kotflügel war der Querlenker verbogen, der Dämpfer krumm und der linke Motorhalter gebrochen.

Im ersten Schritt tauschten wir den verbogenen Querlenker und die Spurstange sowie das Fahrwerk um das Fahrzeug wieder rollfähig zu bekommen. Dies war notwendig, da sich der Dämpfer ebenfalls verbogen hatte. Während der Fahrwerksvermessung stellte sich dann heraus, dass sich sogar der Rahmen mitverformat hatte. Dank unseren verbauten Uniballdomlagern konnten wir dieser Ungleichheit aber entgegenwirken.
Der Tausch des Motorhalters stellte uns dann vor die größte Herausforderung. Der erste Versuch, den Halter von unten zu tauschen, schlug fehl, da umliegende Teile den Arbeitsbereich zu sehr einschränkten. Also blieb nur der Weg von oben, was in einer Demontage der gesamten Ansauganlage endete. Der Tausch des Motorhalters war anschließend möglich.
Was sich jetzt hier so einfach liest, zog sich über mehrere Wochen, da wir erstens keine KFZ Mechaniker sind, und uns zum anderen nur zu bestimmten Zeiten eine Hebebühne zur Verfügung stand. An dieser Stelle geht ein großer Dank an das Autohaus Wolf in Leonberg für die Unterstützung. Nachdem noch diverse Plastikteile geklebt und wieder an Ort und Stelle gesetzt wurden, konnten wir das Fahrzeug auf den Hänger laden. Das oberste Ziel für das anstehende Rennen war ganz klar: ohne Schaden im Ziel ankommen.

Wohingegen bei Abfahrt noch die Sonne schien, empfing uns die Eifel mit bestem Regenwetter. Also wurde bis auf den Zeltaufbau alles weitere auf den nächsten Morgen verschoben. Aber auch hier wurde das Wetter nicht besser. Die technische Abnahme, welche wir ohne Probleme bestanden, fand im Regen statt, ebenso die Fahrerbesprechung. Auch blieb bis zum letzten Moment offen, ob Sabrina überhaupt fahren konnte. Leider mussten wir feststellen, dass der Arm immernoch nicht fit genug ist, sodass Chris die Nennung alleine ausfüllte. Anschließend ging es für das Training auf die Strecke.

Trotz Regenreifen war schnell klar, dass unter den Bedingungen nicht viel möglich war. Das oberste Ziel war, das Auto auf der Strecke zu halten. Es verging keine Runde, in der nicht irgendein Auto falsch herum auf der Strecke stand. Auch ich legte eine filmreife Pirouette hin, welche aber ohne weitere Folgen blieb. Die Massen an Wasser sorgten außerdem für ständiges Aquaplaning und auch dafür, dass maximal 130km/h möglich waren. Das seit unserer Reparatur nicht mehr funktionierende ABS gab sein Übriges dazu.
Das anschließende Qualifying verlief zunächst unspektakulär, endete aber dann doch im Kiesbett. Ich fand mich in diesem Moment in der selben Situation wieder, die vor ein paar Wochen vorher zu dem Unfall geführt hatte. Da ich nicht den selben Fehler nochmal machen wollte, entschied ich mich diesmal für das Kiesbett statt für das andere Auto. Daraufhin wurde das Qualifying mit einer roten Flagge beendet. Im Gegensatz zu manch anderen Rennserien sind die Teilnehmer der NAVC Rundstreckenmeisterschaft wie eine große Gemeinschaft, in der man Rücksicht aufeinander nimmt.
Gegen Nachmittag wurde das Wetter aber bedeutend besser, sodass ich für die Rennen mit Slicks auf die Strecke gehen konnte. Das oberste Ziel war das Auto sicher ins Ziel zu bringen. Also hielt ich mich weitestgehend aus Allem heraus, was irgendwie hätte gefährlich werden können. Dadurch wurde das Rennen natürlich sehr unspecktakulär, aber die Zielankunft war zu keiner Zeit gefährdet. Das einzig Erwähnenswerte in Rennen 2 war die 15-minütige Unterbrechung aufgrund eines Unfalls. Aber auch hier konnte ich sicher ins Ziel fahren.

Mit jeweils zwei 5. Plätzen in unserer Klasse stand am Ende der 5. Gesamtplatz auf unserem Konto. In Anbetracht des verganenen Unfalls und der Tatsache, dass unser Fahrzeug noch nicht 100%ig wiederhergestellt ist, ein durchaus akzeptables Ergebnis. Den Abend verbrachten wir im Fahrerlager und der anschließenden Fahrerlagerparty.

Nun freuen wir uns auf das erste Oktoberwochenende, wenn wir beim Doppelevent zum vorletzten Lauf der NAVC Rundstreckenmeisterschaft am Autodrom Most wieder als Team an den Start gehen werden. Bis dahin versuchen wir unser Fahrzeug wieder in einen Topzustand zu versetzen, um auch wieder auf Angriff fahren zu können.
In der Zwischenzeit findet aber noch die European5000 statt. Die Infos dazu sowie die Möglichkeit zu spenden, findet ihr natürlich auf unserer Homepage.
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