Am letzten Freitag im Juni fand auf dem Nürburgring der dritte Lauf zur NAVC Rundstreckenmeisterschaft statt – natürlich mit der Beteiligung von fsas-racing. Wir hatten uns besonders auf diesen Lauf gefreut, da es drei Rennen geben sollte, wovon zwei in die Meisterschaftswertung eingehen. Außerdem war anschließend noch ein freies Fahren geplant. Dieses wollten wir nutzen, um uns gegenseitig noch Tips beim Fahren zu geben. Doch dann kam alles anders…
Man könnte fast sagen, dass das Unheil bereits 1 1/2 Wochen vorher begann. Sabrina hatte einen Fahrradunfall und lief seitdessen mit einem Gips herum (die Story erzählt sich euch besser selber). Somit war für Sie eine Teilnahme beim Rennen auf dem Nürburgring ausgeschlossen. Trotzdem lies sie es sich natürlich nicht nehmen, mit an die Strecke zu kommen. Umso mehr war ich (Chris) motiviert, ein gutes Ergebnis für uns einzufahren. Die Ergebnisse aus unserem Auftaktrennen zur NAVC Rundstreckenmeisterschaft in Schlotheim waren vielversprechend.
Allerdings hatten wir immernoch keine Lösung dafür gefunden, dass der Motor unseres BWM mit zunehmender Häufigkeit anfing, während des Fahrens auszugehen. Da die Vermutung schon länger auf der Spannungsversorgung des Fahrzeugs lag, baute ich im Vorfeld mehrere Spannungsmessfühler im Fahrzeug ein, welche ich mit einer selbstgeschrieben Software auslesen konnte. Dabei bemerkten wir, dass einige Kabelschuhe durch Wind und Wetter bereits korrodiert waren und auch nicht mehr sonderlich festsaßen. Da diese aber am Hauptrelais hingen wurden sie umgehend ersetzt und festgezogen.
In der Hoffnung, den elektrischen Fehler möglicherweise gefunden zu haben, starteten wir am Nachmittag vor dem Rennen in Richtung Eifel.

Zwar kamen wir erst bei Einbruch der Nacht an der legendären Rennstrecke an, doch war noch gut Betrieb im Fahrerlager. Somit konnten wir direkt noch die Papierabnahme und die technische Abnahme erledigen. Dabei fiel auf, dass die Batterie nicht sonderlich gut fixiert war und wir mussten nachbessern. Dies stellte sich als Glücksfall heraus, da wir so noch einen angebrochenen Kabelschuh entdeckten, welcher bei einem kompletten Bruch das sichere Aus im Rennen bedeutet hätte. Also ersetzten wir auch diesen sofort und bestanden anschließend die technische Abnahme.
Am nächsten Morgen startet um 8 Uhr direkt das erste freie Training. Ein Renntag besteht bei der NAVC Rundstreckenmeisterschaft für gewönhlich aus Training, Quali und 2x Rennen. Ich kannte zwar die Streckenführung der Sprinstrecke aus dem Simulator, allerdings bin ich zuvor noch nie wirklich auf der Strecke gefahren. Also nutzte ich das Training, um die Strecke und die Linie zu finden. Bereits im Vorfeld hatte ich mir mögliche Brems- und Schaltpunkte im Kopf zurecht gelegt, welche tatsächlich ziemlich gut der Realität entsprachen.
Nach einer kurzen Pause startet auch sogleich das Qualyfing. Die Zeiten des Trainigs verrieten mir, dass noch Luft nach oben war. Also probierte ich früher ans Gas zu gehen und die Strecke noch besser auszunutzen. Es sollte sich auszahlen: ich konnte über 3,5s im Vergleich zum Training gut machen. Mit dieser Zeit war ich Zweitschnellster im Qualyfing. Da der Erstplatzierte allerdings disqualifziert wurde, startete fsas-racing in seiner Klasse auf P1!
Ich war höchst motiviert – auch deshalb, weil sich unsere Elektronikprobleme in Luft aufgelöst hatten. Der BMW fuhr super und machte Spaß.

Wie üblich bei der NAVC Rundstreckenmeisterschaft startete das Rennen mit einem fliegenden Start. Dies hatte zur Folge, dass ich mit dem BMW, welcher im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen aus der Klasse weniger Leistung hat und schwerer ist, direkt beim Start Plätze verlor. Da ich mir aber um die Stärken unseres Fahrzeuges bewusst war, ärgerte ich mich nicht weiter und versuchte mich darauf zu konzentrieren, in der Menge der Fahrzeug sicher durch die ersten Kurven zu kommen. Ich wusste aufgrund der Rundenzeiten aus dem Qualyfing, dass ich auf die Runde schneller fahren konnte als die mich umgebenden Fahrzeuge, sodass ich nur auf die richtige Chance warten musste.

Diese kam nach mehreren Runden und ich setzte auf Start- und Zielgeraden zum Überholen an. Was jetzt passiert, lässt sich nur schwer beschreiben. Ich war auf einer anderen Linie, als ich es all die Runden zuvor war. Um mich herum waren andere Fahrzeuge und gleichzeitig musste ich darauf achten, dass das zu überholende Fahrzeug genug Abstand hält. Durch die andere Linie, welche die anschließende Kurve viel enger und spitzer machte, hätte ich deutlich früher bremsen müssen. Als mir das bewusst wurde, sah ich nur noch, wie ein Fahrzeug vor mir in die Kurve einbog. Ich konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte mit besagtem Fahrzeug, wodurch unser beiden Rennen und auch die ganze Veranstaltung beendet waren. Die Schäden an beiden Fahrzeugen waren zu groß.

Ein derartiger Fehler ist immer ärgerlich, zumal die Chancen auf einen Podestplatz vorhanden waren. Aber leider gehört auch das zum Motorsport dazu. Wir haben jetzt einen Monat Zeit, das Fahrzeug wieder fahrbereit zu bekommen um am ersten Augustwochenende erneut auf dem Nürburgring wieder angreifen zu können.
Wir bedanken uns beim MSC Westpfalz für die erneute Organisation dieses Rennevents. Außerdem schicken wir freundliche Schraubergrüße an das Fahrzeug mit der Startnummer 43 und hoffen, dass wir uns beim nächsten Rennevent der NAVC Rundstreckenmeisterschaft wieder sehen.
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