Wir von 247racing haben inzwischen schon an mehreren Abenteuer Rallys teilgenommen, weshalb wir an dieser Stelle unserer Erfahrungen mit denjenigen teilen wollen, die ebenfalls über eine Teilnahme nachdenken. Zwar haben wir bisher nur an Abenteuer Rallys des Hamburger Veranstalters S.A.C. teilgenommen, allerdings ähneln sich die meisten Rallys in Ihrer Art und Weise doch sehr. Deshalb glauben wir, dass unsere Erfahrungen weitestgehend auf andere Abenteuer Rallys übertragen werden können. In einem weiteren Artikel haben wir außerdem aufgeschrieben, wie ihr euch optimal auf eine anstehende Rally vorbereiten könnt.

Ludwig Baltic Sea Circle Abenteuer Rally

Was ist eine Abenteuer Rally?

Natürlich stellt sich zunächst die Frage, wie sich eine Abenteuer Rally von einer „normalen“ Rally unterscheidet. Eine Rally in ihrem herkömmlichen Sinne ist ein motorsportlicher Wettbewerb, bei dem es darum geht, eine definierte Strecke so schnell wie möglich abzufahren. Gewonnen hat am Ende, wer die Strecke in der kürzesten Zeit absolviert hat. Dabei wird aber nicht auf einer Rundstrecke gefahren, sondern immer von Punkt A nach Punkt B. Um vorne mit zufahren, geben die großen Rallyteams mitunter sehr viel Geld aus.

Bei einer Abenteuer Rally ist das anders. Die einzige Gemeinsamkeit zur motorsportlichen Rally besteht darin, von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Allerdings ist im Normalfall die Strecke vorher nicht definiert, sondern kann von den Teilnehmern frei gewählt werden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Abenteuerrallys, die sich in ihrer Art und Weise ähneln. Bei dieser Art von Rallys geht es, wie der Name bereits vermuten lässt, in erster Linie darum, was zu erleben und Erfahrungen zu sammeln, die man so schnell nicht wieder vergisst. Die Dauer solcher Rallys erstreckt sich von mehreren Tagen bis hin zu mehreren Wochen. Die einzigen definierten Orte sind der Start und der Zieleinlauf und, je nach Rally, Treffpunkte während der Fahrt.

Der Charity-Gedanke

Eine Gemeinsamkeit haben aber nahezu alle Abenteuer Rallys: den sozialen Gedanken. Hier gibt es allerdings Unterschiede zwischen den Rallys:

  • Das Fahrzeug darf nach erfolgreich absolvierter Rally behalten werden. In diesem Fall müssen die teilnehmenden Teams einen vorgegebenen Mindestbetrag an Geld sammeln und anschließend an Menschen spenden, denen es nicht so gut geht. Wie das Spendengeld zusammenkommt ist dabei jedem Teilnehmer selbst überlassen. Es kann natürlich einfach bezahlt werden. Oder, und so haben wir es bisher immer gemacht, man sucht sich Sponsoren.
  • Das Fahrzeug selbst ist die Spende. Das bedeutet, dass das Fahrzeug am Ende der Rally, meist am Zielort, für einen gut Zweck verkauft oder versteigert wird. Die Heimreise muss anschließend selbst organisiert werden.

Beide Varianten haben natürlich ihren eigenen Charakter. Man sollte sich auf jeden Fall im Vorfeld entscheiden, ob es einem der Aufwand wert ist, das Fahrzeug am Ende wieder herzugeben. In unserem Fall war von Anfang an klar, dass wir uns einen Mercedes W124 als Einsatzfahrzeug herrichten. Dieser würde aber nach der Rally auf jeden Fall in unserem Besitz bleiben. Dementsprechend haben wir uns mit Rallys, bei welchen das Fahrzeug versteigert wird, bisher nur nebensächlich beschäftigt.

Die Regeln

Auch bei einer Abenteuer Rally gibt es Regeln. Allerdings halten sich diese doch sehr in Grenzen. Auch können diese je nach Veranstalter von einander abweichen. Typischerweise ist aber mit folgenden Regeln zu rechnen:

  • kein GPS / kein Navi
  • keine Autobahn / keine Mautstraße
  • Fahrzeug darf einen bestimmten Wert nicht überschreiten

Die Fahrzeuge

Typischerweise sind bei einer Abenteuer Rally nur ältere Fahrzeuge zugelassen. Je nach Veranstalter variiert zwar das Mindestalter, aber ein Mindestalter von 20 Jahren ist ein guter Richtwert. Oft gibt es dann für noch ältere Fahrzeuge eine Sonderwertung bzw. zusätzliche Punkte. Außerdem darf das eingesetzte Fahrzeug einen bestimmten maximalen Kaufpreis nicht überschreiten, weshalb viele Rallys auch als „Low-Budget“ Rally beworben werden. Das Alter der Fahrzeuge sowie deren Zustand, der natürlich bei einem niedrigen Kaufpreis nicht immer der Beste ist, erhöht das Abenteuer.

Es ist üblich, die Rallyfahrzeuge entsprechend zu „pimpen“. Und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch funktional. So haben wir bereits Fahrzeuge mit eingebauter Dusche oder integrierter PlayStation gegen die Langeweile gesehen. An dieser Stell sei aber betont, dass alle Änderungen natürlich StvO konform sein müssen.

Der grundsätzliche Ablauf

Es gibt für alle Teilnehmer ein gemeinsamen Startpunkt und ein gemeinsames Ziel. Dazwischen gibt es mitunter Unterschiede je nach Veranstalter. Meist herrscht jedoch freie Routenwahl durch die Teams.

Die Teilnehmer bekommen am Start jeweils ein Roadbook. Beim S.A.C. definiert dieses Roadbook sowohl Tagesmissionen, als auch Missionen, die irgendwann innerhalb der Rally erfüllt werden müssen. Wobei das „müssen“ hier mit Vorsicht zu genießen ist, da das Motto von S.A.C. lautet „alles kann, nichts muss“. Das Roadbook definiert außerdem eine Region, die man pro Tagesetappe erreichen sollte um die Gesamtdistanz zu bewältigen. Um Übernachtungsmöglichkeiten müssen die Teams sich allerdings selber bemühen. Ob Zelt, Camper oder Hotel ist jedem selbst überlassen, wobei Luxushotels nicht gerne gesehen werden, da es schließlich immernoch um Abenteuer geht.

Durch das Erfüllen der Missionen, welche per Bildbeweis dokumentiert werden, können Punkte gesammelt werden. Dadurch wird am Ende der Rally ein Sieger ernannt.

Inzwischen gibt es auch sogenannte „Road Missions“. Pro Tag gibt es also bestimmte „Orte“, die passiert werden „müssen“. Dabei handelt es sich zumeist um besondere Straßen, Gebäude oder Landschaften. Es empfiehlt sich diese Road Missions tatsächlich wahrzunehmen, da es sich normalerweise tatsächlich um sehr eindrucksvolle Orte handelt.

Was für Abenteuer Rallys gibt es?

Inzwischen gibt es viele Veranstalter von Abenteuer Rallys. Die Bekannteste, oder zumindest die erste Abenteuer Rally, von der wir jemals gehört haben, ist vermutlich die Allgäu-Orient-Rally, die es allerdings in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Inzwischen ist sie unter dem Namen „Europa Orient Rally“ zu finden.

Wie bereits erwähnt, haben wir bisher ausschließlich an Rallys des Veranstalters Superlative Adventure Club teilgenommen. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei entscheidende Punkte

  • Das Auto verbleibt nach Abschluss der Rally bei den Teilnehmern und muss nicht versteigert werden
  • S.A.C. veranstaltet unterschiedliche Rallys. Wenn man also jedes Jahr eine Rally fährt, kann man mehrere Jahre mit diesem Veranstalter an derartigen Veranstaltungen teilnehmen. Oft ist es, dass man Rallyteilnehmer mehrmals auf verschiedenen Rallys trifft. Dann gibt es natürlich viel zu erzählen

An welchen Abenteuer Rally hat 247racing bisher teilgenommen?

European 5000 2019

Im Jahr 2019 hat 247racing an der European 5000 teilgenommen. Startpunkt war Schloss Maxlrain südlich von München. Die Tour führte uns zunächst über die Alpen bis ans Mittelmeer und anschließend durch Spanien zurück nach Frankreich und Belgien bis nach Amsterdam.

Routenführung der European5000

Start der Rally war am 07. September 2019 südlich von München.

Knights Of The Island 2018

Im Jahre 2018 hat fsas-racing an der Knights Of The Island teilgenommen. Die Rally startete in Brüssel und führte uns einmal durch Großbritannien. Offizieller Zieleinlauf war im Garten eines schottischen Schlosses.

Abenteuer Rally Knights Of The Island
Routenführung der Knights Of The Island

Start der Rallye war am 12. Mai 2018 in Brüssel.

Baltic Sea Circle 2017

Im Jahre 2017 hat fsas-racing am Baltic Sea Circle teilgenommen. Die Rally startete in Hamburg und führte uns durch Skandinavien bis ans Nordkap und über Russland wieder zurück nach Hamburg.

Abenteuer Rally Baltic Sea Circle
Routenführung des Baltic Sea Circles

Beim Baltic Sea Circle 2017 sind so über 380.000€ zusammengekommen. 50% der pro Team gesammelten Spenden fließen in Projekte, welche von der BSC Orga ausgewählt werden. Den Empfänger für die restlichen 50% dürfen wir dagegen selber bestimmen.

Start der Rallye war am 17.06.2017 in Hamburg.